Leben über unsere Verhältnisse
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ist nicht das, was wir dafür bekommen, 
sondern das, was wir dadurch werden.

(John Ruskin)

Bereitschaft zum Leben

über unsere Verhältnisse

Es mag unangenehm klingen, wenn ich behaupte, dass man – in der Masse – nur dann zum Gewinner wird, wenn man bereit ist über seine Verhältnisse zu leben. Sicher eine provokante These, daher sei einfach die Frage erlaubt, an die die dagegen protestieren, ist all das was sie ihren Besitz und Eigentum nennen unbelastet von Krediten und Finanzierungen?

 

Die meisten werden diese Frage nicht mit Ja beantworten können und daher führe ich weiter aus, was bleibt, wenn man sich auf das reduziert, was ohne Finanzierungen und Kredite bleibt.

 

Ein Blick in die Werbung tut ein übriges, kaum etwas wird heute noch angeboten, ohne Möglichkeit der Finanzierung, gerne auch zinsfrei und ohne Anzahlung.

 

Es als verwerflich zu bezeichnen, steht mir als Urteil so wenig zu, wie klar sein muss, dass es unabdingbar ist, um das System am Leben zu erhalten, Produktion und damit den notwendigen Konsum bzw. Absatz um jeden Preis sicherzustellen.

 

Die schon fast vergessen scheinende Finanzkrise macht deutlich, wie fragil das System

ist und dass man sich am Ende einen Zusammenbruch, auch nicht mehr in Teilen und Bereichen, leisten kann.

 

Wir sind heute in einer schwierigen Situation angekommen, aus der wir so wenig schadlos heraus kommen, wie es am Ende eine Frage der Zeit bleibt, bis uns im wahrsten Sinne des Wortes, alles um die Ohren fliegt. Wie es dann weitergeht, kann sicher nicht wirklich befriedigend beantwortet werden, was es bedeutet, ist jedoch mit einem Blick auf Griechenland zu erkennen.

 

Abzuwarten bleibt, mit Blick auf Griechenland - ob sich wirklich etwas ändert oder versucht wird, ins alte System zu finden. Letzteres wäre sehr schade und eine wirklich verpasste Chance.

 

Anhand dessen dürfte erkennbar sein, in welche Zwangslage man sich begibt, um "Gewinner" zu sein. Warum man sich darauf einlässt, mag sicher an der Wertigkeit liegen, die gesellschaftlich damit verbunden ist, um die es wohl im Ursprünglichen geht.

 

Rational kann solches Verhalten zwar nicht begründet werden, betrachtet man das persönliche – wirtschaftliche – Risiko, das mit solchem Verhalten in Kauf genommen wird. Aus diesem Kreislauf auszubrechen, ist nur dann möglich, wenn man die Notwendigkeit solcher gesellschaftlichen Bewertung für sich selbst in Frage stellt.

 

Sofern wir uns auf ein Leben über unsere Verhältnisse einlassen, lassen wir uns auf einen fragilen Lebensentwurf ein, der solange funktioniert, wie das dazu notwendige regel-mäßige monatliche Einkommen erhalten bleibt. Mit dem Teilwegfall bis hin zum Totalverlust des Einkommens zerbricht im Regelfall auch das gesamte gesellschaftliche Ansehen.

 

Verzicht, im Sinne - nicht über die eigene Verhältnisse zu leben – ist nicht nur der beste, sondern einzige Schutz, um eben solchem zu entgehen.